2012: Bertha Cáceres Flores

Bertha Cáceres Flores war Präsidentin des Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH).

Seit 1993 setzt sich die Organisation COPINH für die Rechte der indigenen Völker in Honduras ein. Schwerpunkte der Organisation, auf die sich 500 Dörfer des Lenca-Volkes im Südwesten von Honduras stützen, sind Ausbildung, Recht auf Land, Umweltschutz und der Schutz der Kultur der Lencas. Ziel ist die Selbstbestimmung und Selbstverwaltung der indigenen Dörfer. Der Weltgebetstag unterstützte die Frauenarbeit des COPINH 2010 und 2011 mit insgesamt 30 000 Euro. Dadurch konnten  unter anderem Seminare zu frauenrechtlichen Themen, Veranstaltungen über indigene Rechte sowie die Teilnahme am Widerstand gegen den Staatsputsch 2009  unterstützt werden.

Quelle: http://bertacaceres.org/

Bertha Cáceres war  als Gründungsmitglied und Direktorin von COPINH den Gegnern ihrer Organisation ein Dorn im Auge. Durch den Putsch war eine neue Repressions- welle über Cáceres‘ Familie herein-gebrochen: Ständig erhielt sie Drohanrufe, sogar von der Polizei wurde Cáceres zusammengeschlagen.

Doch das war nichts Neues für Bertha Cáceres, deren Familie schon immer für die Rechte ihres Volkes einstand: „Meine Mutter war bekannt als Oppositionelle gegen sämtliche Militärdiktaturen, die Honduras durchlebte. Unser Haus wurde oft von Soldaten überwacht, meine Brüder waren in der Studentenbewegung aktiv. Mit acht Jahren wusste ich genau, was ich in der Öffentlichkeit sagen durfte und was nicht.“

Bertha Cáceres war eine Kämpferin. Sie konnte aus finanziellen Gründen nicht studieren, setzte sich aber schon früh als Promotorin für Frauen- und Indigenerechte ein und ist inzwischen als „Stimme der Lencas“ landesweit bekannt. Sie ließ sich von den Drohungen nicht einschüchtern, der Kampf für den Umweltschutz und die indigenen Rechte war für sie fest mit der Verteidigung der Demokratie verwoben: „Es ist jetzt um so wichtiger, für die Rechte der Lencas zu kämpfen. Die lange geplanten Staudammprojekte, die viele Gemeinden vertreiben werden, stehen nach dem Putsch erneut an, und die Abholzung unserer Wälder schreitet voran. Es ist wichtig, dass sich die Menschen organisieren und gemeinsam ihre Zukunft gestalten können.“
Berta Cáceres wurde am 3. März 2016 ermordet.


Weitere Preisträger/innen:

2011   Judith Maldonado und das Kollektiv „Luis Carlos Perez“

2010   Projekt SOLGIDI – Solidarity with Girls in Distress – Agnes Mailu (Kenia)

2008   Projekt Malinowka (Belarus) / Projekt Šance, (Tschechische Republik)

2007   Projekt Bischof Joseph Coutts (Pakistan)

2006   Projekt Women and Development Project and Ark

2005   Projekt Abna Wadi al Nil (Ägypten), Foundation Ghana (Ghana)

2004   Tadeo Nguyen Van Ly (Vietnam)

2003   CENIDH /Dr. Vilma Nuñez (Nicaragua)

2002   „Open House“ (Israel/Palästina)

2001   Yusuf Akbulut und Isa Gülten (Türkei)

2000   Marguerite Barankitse (Burundi)

1999    Chris Hunter (Tschetschenien)

1998 Yanette Bautista (Kolumbien), 1997 ATPDH und AJAC (Tschad), 1996 Prof. Obiora Ike (Nigeria), 1995 People for Peace (Kenia), 1994 Cristo Vive – Sr. Karoline Mayer (Chile), 1993 Carmelita Santos (Guatemala), 1989 CIMI (Conselho Indigenista) Brasilien, 1987 Padre Tomas Garcia (Guatemala), 1985 Bishop Revelo (El Salvador), 1984 Bishop Juan Gerardi Conedara † ermordet am 26. April, 1998 (Guatemala), 1983 Lech Walesa (Polen), Sr. Verzosa (Philippinen), 1982 Bishop Rivera y Damas (El Salvador)