2019: Pfarrer József Lankó

Der Arbeitskreis Shalom hat vergangene Woche das Preisprojekt für 2019 offiziell bekanntgegeben. Pfarrer József Lankó aus Ungarn wird für sein leidenschaftliches und unermüdliches Engagement als Seelsorger für die Minderheit der Beás in Alsószentmárton ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 18. Mai 2019 in der Sommerresidenz der Katholischen Universität in Eichstätt-Ingolstadt statt.

Pfarrer József Lankó (Foto: Renovabis)

Alsószentmárton ist ein kleines Dorf im Südwesten Ungarns unweit der kroatischen Grenze, in dem ca. 1200 Menschen leben. Die Bewohner gehören der Minderheit der Beás an, einer Untergruppe der Gemeinschaft der Roma. In der ungarischen Gesellschaft sind Roma ständiger Diskriminierung ausgesetzt: Sie haben keinen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und finden nur schwer Arbeit, da Unternehmen aufgrund bestehender Vorurteile gegen Roma bevorzugt Ungarn einstellen. Hinzu kommt, dass Roma häufig traditionelle Berufe ausüben, die seit dem Sturz des Kommunismus und dem damit einhergehenden gesellschaftlichen Umbruch nicht mehr gefragt sind. Auf diese Weise hat sich eine Negativspirale aus Ausgrenzung, Armut verbunden mit einem häufigen Abrutschen in den Alkoholismus entwickelt, die eine Integration der Roma in die ungarische Gesellschaft nahezu unmöglich macht.

Diesen Teufelskreis zu durchbrechen hat sich József Lankó zur Aufgabe gemacht: Der ungarische Pfarrer lebt seit fast 40 Jahren als Seelsorger in Alsószentmárton, betreibt eine Suppenküche und lebt als einziger Ungar auf Augenhöhe mit den Beás. Seine Tätigkeiten gehen über die eines gewöhnlichen Seelsorgers jedoch weit hinaus. Um langfristig etwas an der Situation der Roma zu ändern, setzt er sich für eine Verbesserung der Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen ein. In sogenannten „Tanodas“ (offene Häuser) erhalten die Schüler im Rahmen einer Nachmittagsbetreuung gezielte Lernförderung, durch die die hohe Schulabbrecherquote im Ort bereits deutlich reduziert werden konnte. Daneben wird ein vielfältiges Freizeitprogramm angeboten: Bei Sport, Musik, Theater und in Ferienfreizeiten werden den Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven eröffnet und ihr Selbstwertgefühl gestärkt, ohne dass sie ihre kulturelle Identität dabei aufgeben müssen. 

Wir freuen uns, József Lankós langjähriges Engagement gegen die Diskriminierung von Minderheiten mit dem Shalompreis 2019 auszeichnen zu dürfen.