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Wir nehmen Abschied von Lory Obal

In großer Dankbarkeit, diese mutige Frau gekannt zu haben, trauern wir um Lory Obal. Sie starb am 10. Januar 2017 mit nur 53 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankung.

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Foto: Schurr-Schöpfel

Die studierte Erziehungswissenschaftlerin und Religionspädagogin hat sich ihr ganzes Leben lang gegen die Unterdrückung und Verfolgung von Minderheiten eingesetzt. Besonderes Engagement zeigte Obal für die Indigenen, die um ihr Land, das über große Bodenschätze verfügt, beraubt werden. Im Projekt ICON machte sie sich vor allem für aktive Friedensarbeit und einen interreligiösen Dialog stark.

Die Shalom-Preisträgerin des Jahres 2014 war damals mit ihrem Mann zu Gast in Eichstätt und beeindruckte uns alle mit ihrer Rede zutiefst.


Shalompreis 2016 verliehen

Der Menschenrechtspreis des AK Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurde am 18. Juni 2016 an Robi Damelin und Mazen Faraj verliehen. Das Preisgeld in Höhe von 24.500€ kam dem Versöhnungsprojekt The Parents Circle Families Forum (PCFF) zugute.

Preisverleihung2016
Preisverleihung 2016, Foto: Kusche

Der 1995 gegründete PCFF besteht aus mehr als 600 israelischen und palästinensischen Familien, die alle einen unmittelbaren Familienangehörigen durch den Konflikt verloren haben. Robi Damelin und Mazen Faraj betonten in ihren Dankesreden, dass sie keine Alternative zur Versöhnung sähen. Die Vision aller im Parents Circle zusammengeschlossenen Menschen sei ein Versöhnungsprozess. Dieser sei wesentlicher Bestandteil einer zukünftigen Friedensvereinbarung. Robi Damelin sieht Versöhnung als einzigen Weg: „Als Mitglieder der Armee zu mir kamen, um mir zu sagen, dass mein Sohn David von einem palästinensischen Heckenschützen getötet wurde, war einer der ersten Sätze, die ich sagte: Ich möchte nicht, dass in seinem Namen Rache genommen wird.“

Mazen Faraj, dessen Vater von einem Angehörigen der israelischen Armee getötet wurde, erklärte, dass er nur zwei Wege gesehen habe: den der Verzweiflung und des Hasses oder den der Verständigung und Versöhnung. Seit er im Parents Circle aktiv sei, erkenne er in den Israelis nicht mehr Gegner, sondern Menschen, denen durch den Verlust eines nahen Menschen großes Leid widerfuhr. „In den Augen einer palästinensischen Mutter, die ihren Sohn durch die israelische Armee verlor, sah ich die Tränen, die die gleiche Farbe hatten wie meine, als ich meinen Sohn verlor. Seit dieser Zeit reisen wir gemeinsam und sprechen vor vielen Menschen über die Notwendigkeit der Versöhnung als Voraussetzung für dauerhaften Frieden in Israel und Palästina.“, so Robi Damelin.

Mehr über das Projekt erfahren sie hier.


Der Arbeitskreis trauert um die
mutige und engagierte Bertha Cáceres

Bertha Cáceres Flores war Shalompreisträgerin im Jahr 2012. Sie ist am 3. März 2016 in ihrem Haus ermordet worden. Als Gründungsmitglied und Vorsitzende des Rats der indigenen Völker in Honduras (COPINH) setzte sie sich für die Rechte der Indigenen ein, insbesondere für das Volk der Lenca, dem sie auch selbst angehörte. Kurz bevor sie ermordet wurde, fand ein von COPINH organisierter großer Protest der Lenca gegen einen Staudammbau statt. Er wird die Lebensgrundlagen der Indigenen zerstören. Sie besitzen in Honduras keine eingetragenen Landrechte. Bertha Cáceres erhielt immer wieder Morddrohungen, sie wurde mehrfach verhaftet. Drei ihrer vier Kinder leben bereits seit Jahren im Exil. Sie selbst war aber entschlossen, in Honduras zu bleiben und sich weiter für die Rechte der Indigenen einzusetzen.

2015_BertaCaceres_homepage.jpg
(Quelle: http://bertacaceres.org/)

Wir sind fassungslos und schockiert über die Nachricht ihres Todes. Wir durften Bertha Cáceres 2012 in Eichstätt als mutige und engagierte Frau erleben. Unser Preis sollte – neben der finanziellen Unterstützung – auch eine ideelle Anerkennung sein, die Würdigung des Engagements außerhalb Honduras  auch als Schutz dienen. Doch leider konnten weder der Shalompreis, noch der renommierte Goldman-Umweltpreis, den Bertha Cáceres  im Jahr 2015 erhielt, ihr Leben schützen.

Wir sind in Gedanken bei ihrer Familie und den Indigenen in Honduras, für die die Ermordung Berthas ein großer Verlust im Kampf für ihre Rechte bedeutet. Wir erwarten eine vollständige Aufklärung des Verbrechens, faire Ermittlungen und nicht die Straflosigkeit, wie sie sonst in Honduras bei der Ermordung von Aktivisten meist herrscht. Nicht zuletzt sind wir in Gedanken bei all unseren anderen Shalompreisträgern, die sich für Unterdrückte einsetzen und unter großer persönlicher Gefahr arbeiten.

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